Hallo,
Keine Ahnung ob ich hier unter dem richtigen Titel schreibe oder nicht, zurzeit ist es für mich das aktuellste Thema.
Seit Anfang dieser Woche scheint mich die Trauer voll erwischt zu haben. Jedenfalls finde ich keinen anderen Begriff der meinen aktuellen Zustand besser beschreiben würde. Auch wenn ich in meinem bisherigen Leben zwar den Begriff gekannt habe, aber die damit verbundenen Gefühle mich nie mit dieser Heftigkeit erfasst haben wie sie öfters nachzulesen sind. Zurzeit muss ich ganz neue Erfahrungen machen. Und ich habe keine Ahnung wie ich damit umgehen soll.
Auslöser der aktuellen Situation war ein Telefongespräch mit meiner Exfreundin (seit 8 Wochen getrennt). Da der Kontakt trotz der Trennung erhalten geblieben war, rief ich bei ihr an, sie teilte mir mit das sie Besuch habe, was bei mir das vorerst unerklärliche Gefühl der Überflüssigkeit auslöste.
Ich verlor darüber keine weiteren Gedanken bis am Montag mich ihr Rückruf erreichte. Da kam das Gefühl wieder hoch und im Verlaufe des Gespräches auch die mögliche Begründung dafür. Zum einen war da einiges was zu unsere gemeinsamen Zeit sozusagen in Stein gemeisselt war und mich unter Druck setzte (den Druck habe ich mir selber geschaffen da ich mit diesen Tatsachen trotzdem die beste Lösung erzielen wollte) plötzlich auch in anderen Lösungen möglich. Dieses kompromisslose Haltung war unter anderem mitverantwortlich für die von mir gewünschte Trennung. Da tat besonders weh, dass einer meiner damaligen Lösungvorschläge jetzt plötzlich als gangbarer Weg erachtet wurde.
Zum anderen ist ein neuer möglicher Partner in ihr Leben getreten. Da hats mich dann voll erwischt.
Beim erhalten gebliebenen Kontakt war immer wieder mal ein Thema, ob es für uns beide nicht doch ein gemeinsame Zukunft möglich wäre wenn beide Seiten ihre anstehenden Probleme gelöst haben. Daher traf mich diese Nachricht so enorm.
Wut und Frustration, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Sinnfragen wechseln sich seither munter ab. Ein Wechselbad der Gefühle. Daneben kommt noch so vieles an vergangenem hoch und damit auch das Gefühl einmal mehr wieder versagt zu haben. Ein Gefühl das mir allzu bekannt ist. Irgendwie scheine ich das Pech gemietet zu haben. Immer und immerwieder scheint kurz vor dem erreichen meiner Wünsche und Ziele irgendwas schief zu laufen.
In den letzten Tagen habe ich so einiges über Trauer und Depressionen gelesen. Ist es möglichweise die viele nicht verarbeitete Trauer die verhindert, dass ich meine Wünsche und Ziele erreichen kann?
Nun in meiner Lebensgeschichte ist ziemlich beinahe alles nach meiner Einschätzung schief gelaufen. Habe mich deswegen nicht unterkriegen lassen und andere Wege gesucht, nach dem Motto: Geht nicht gibts nicht.
Kurz zu mir: 36, M, selbständig seit meinem 21. Lebensjahr, geschieden, Vater eines bald 14jährigen Sohnes mit Geburtsgebrechen, beruflich in einer Sackgasse aus gesundheitlichen Gründen,Einige Auftraggeber nach einem Burn-out verloren.
Zurzeit läufts bei mir ziemlich chaotisch ab, es ist ein dauerndes "Müssen", ein reagieren statt zu agieren. Es steht so vieles an und alles ist miteinander verknüpft. Und ich habe schlichtweg keine Energie dies alles anzupacken, geschweige denn irgendwelche Entscheidungen zu fällen. Dies war allerdings vor der obengenannten Beziehung schon so. Diese Beziehung hat dann eine langsame Veränderung hervorgerufen.
Hoffe mein Wirrwarr ist irgendwie zu verstehen. Sonst kann gerne nachgefragt werden.
Freue mich auf Reaktionen.