Michael Rudolf Widmer - Institut Vita Plus - Forum » Trauer und Traurigkeit

Tod eines geliebten Menschen

(11 posts)
  • Vor 1 Jahr von muus gestartet
  • Letzte Antwort von Michael Rudolf Widmer
  1. muus
    Mitglied

    Hallo ich bin die kleine muus

    Am 14.01.1999 verlohr ich meine Grossmutter an Krebs. Ich war gerade mal 14 Jahre alt. Ihr Kampf mit der Krankheit hat 7 Jahre gedauert, doch schliesslich hat sie doch verlohren. Seitdem vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht vermisse. Es tut so schrecklich weh! Manchmal habe ich das Gefühl mein Herz zerreisst.
    Langsam komme ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiterweiss. Es ist nun fast 10 Jahre her, doch es scheint als wäre es erst gestern gewesen.
    Das Schlimmste ist, dass ich das Gefühl habe mit meinen Gefühlen alleine dazustehen. Ich denke niemand versteht mich. Für alle scheint das Leben weiterzugehen nur für mich blieb am 14.01.1999 die Welt stehen.

    Ich sehne mich so sehr nach ihr. Nach einem tröstenden Wort einer zärtlichen Geste oder einem Lächeln.

    Ich bin mit meinen 24 Jahren an einen Punkt gekommen, der mir Angst macht, sehr sogar!

    Danke für's zulesen. Es hat mir schon ein Wenig geholfen mir das von der Seele zu schrieben...

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  2. Hallo "kleine Muus"
    Aus Deinen Worten spricht tiefe Liebe zu Deiner Grossmutter. Dein Schmerz ist auf alle Fälle verständlich. Wenn Du die Einträge hier im Forum liest, wirst Du mir glauben können, dass Du hier verstanden wirst. Dass Deine tiefen Gefühle einzigartig sind - eben der Intensität Deiner Liebe entsprechen, ist eine Tatsache. In dem Sinne können wir "von aussen" nur ansatzweise Deine Gefühle und deren Stärke "nachempfinden". Deine Gefühle, Deine Trauer sind so einzigartig wie Du. Verstehst Du was ich meine? Du schreibst, Du hättest das Gefühl mit Deinen Gefühlen alleine dazustehen, dass niemand Dich verstehe. Hier auf diesen Seiten kannst Du Dich austauschen und Deine Gedanken, Fragen und Ängste frei forumulieren. Offen darüber sprechen. Uns allen mitteilen. Das öffnet Dich - und Du spürst, wie die Kommunikation darüber Dich "ent-Last-et". Tiefe Erlebnisse, tiefe Gefühle der Liebe bleiben - hier kann die Zeit wie "still stehen". Echte Gefühle und Liebe sind zeitlos. Und so wirst Du auch künftig liebevoll an Deine Grossmutter denken können. Sie hat Dich wahrscheinlich ebenso geliebt. Diese Liebe begleitet Dich weiter. Wenn Du an sie denkst, bist Du ihr nahe und sie Dir. So darfst Du und kannst Du Dein eigenes Leben weiterleben. Du sehnst Dich nach der Nähe zu ihr - Du sehnst Dich nach Verständnis, Anerkennung, gesehen zu werden. Das geht uns allen so. Diese Sehnsucht tragen wir alle in uns. Die wichtigste Liebe ist aber die Liebe zu Dir selber. Dass Du Dich siehst, dass Du Dir nahe bist, dass Du Dir gut schaust. Dieses selber wertschätzen gibt Dir Kraft und Vertrauen in Dich - Selbstvertrauen. Angst? Je mehr Du anerkennst, was Du schon alles geschafft, gelernt, erreicht hast, umso mehr wirst Du auf Dich selber stolz werden. Lächle Dir am Morgen ruhig selber im Spiegel entgegen und sage Dir "ja ich habe es bis heute geschafft, ich schaffe es - und diesen Tag werde ich geniessen". Das sind liebevolle und zärtliche Gesten gegenüber Dir selber. Ich bin sicher - das wirkt ansteckend.
    Michael

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  3. Sereina
    Mitglied

    Hallo "kleine Maus", ich bin 57 Jahre alt und musste in meinem Leben auch schon Abschied nehmen. Von meinen Eltern, meinem Bruder, meinem Kind, einem 12-jährigen "Kamerädli" meiner Tochter. Die Menschen, die wir lieben und die nicht mehr auf der Erde sind, sind stets bei uns. Deine Grossmama möchte aber nicht, dass Du Dich zermürbst, weil sie vor Dir heim gegangen ist. Sie wünscht sich, dass Du ein glückliches Mädel bist. Und Du solltest ihr die Ruhe gönnen, sie loslassen und in Frieden ruhen lassen. Die unsterbliche Seele Deiner Grossmama braucht das!
    Auch ich sehne mich manchmal nach meinen Eltern und all den Menschen, die nicht mehr da sind. Manchmal hadere ich auch! Einmal habe ich meinen verstorbenen Eltern einen Brief geschrieben und ihnen vorgeworfen, dass sie mich auf die Welt gesetzt und dann alleine gelassen haben. Auch solche Gefühle dürfen sein! Versuch, einfach nur in Liebe an sie zu denken und ihr für alles zu danken, was sie Dir gegeben hat. Du bist noch so jung, das Leben wird Dir weiterhin neue Liebe schenken. Das wünsch ich Dir von Herzen, kleine Maus. Sereina

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  4. blueloona
    Mitglied

    Hallo...

    weiß ehrlich gesagt garnicht, wie ich anfangen soll. Bin auf diese Seite gestoßen, weil ich einfach jemanden zum reden brauche. Als ich eure Zeilen gelesen habe, musst ich einfach so anfangen zu weinen. Denn ich habe unter anderem das selbe erlebt und bin jetzt an dem gleichen Punkt wie "muus".

    Also ich bin 21 und habe am 24.9.2004 meine Mama verloren. Sie litt ebenfalls an Krebs. Habe das Gefühl, dass der Schmerz und die Trauer von Jahr zu Jahr schlimmer wird und das ich und mein Körper daran zerbreche. Ich war über 2 Jahre in psychologischer Behandlung und das hat mir auch irgendwo geholfen aber bei mir ist das Problem, dass ich einfach nicht über meine Probleme, meine Gefühle und diesen tiefen Schmerz reden kann obwohl ich es gern möchte.

    Ich stelle mir immer wieder die gleichen Fragen, warum gerade sie? Warum nicht ich? Warum konnte ich ihr nicht helfen? Ich vermisse sie so sehr. Mein größter Wunsch ist, dass ich wenigstens fünf minuten mit ihr reden kann und sie mich nochmal in den Arm nehmen kann.

    In meinem Leben ist einiges schief gelaufen und ich habe durch das ganze Erlebte eine sogenannte "Schutzmauer" um mich herum aufgebaut. Bisher hat niemand geschafft, dadurch zubrechen aber vor einem halben Jahr habe ich einen Menschen kennengelernt, dem ich von Anfang an vertraue und der mir wahnsinnig viel bedeutet. Aber ich habe Angst, ihm von meinem Leben zu erzählen. Ist das normal?

    so das war es dann erstmal von meiner Seite.

    Danke fürs lesen.

    blueloona

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  5. muus
    Mitglied

    hallo blueloona

    Ehrlich gesagt bin ich ziemlich erschroken, als ich deine zeilen gelesen habe. Was du geschrieben hast, hätte von mir sein können. Du sprichst mir aus dem herzen!

    Ich freue mich, dass du jemanden gefunden hast, ich wünschte, dass würde ich auch.

    Ich bin so bemüht meine schutzmauer abzubauen, aber ich kann es einfach nicht.

    Seit meine kleine nichte (mein patenkind) im oktober zur welt gekommen ist, ist alles noch viel schlimmer geworden. Anstatt am tage ihrer geburt zu feiern und freude zu haben, habe ich nur geweint. Niemand hat das verstanden, doch ich konnte nur daran denken, wie sehr sich meine grossmutter über eine Urenkelin gefreut hätte.

    Ich überlege mir nun auch, ob ich eine therapie machen soll, da es nun doch schon 10 jahre her ist, doch woher weiss ich ob es mir etwas bringt, ob ich mich öffnen kann, ob ich auf verständnis stosse?

    Ich weiss es einfach nicht...

    Ich wünsche dir viel kraft!!!

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  6. blueloona
    Mitglied

    Hallo muus...

    wenn du bereit bist, über deine Gefühle, deine Trauer und den ganzen seelischen Schmerz zu reden würde dir eine Therapie helfen, denke ich. Ich weiß, dass es in Bad Wildungen ein sehr gute Therapieeinrichtung gibt. Dort ist man auf solche Sachen spezialisiert. Allerdings ist das dann ein richtiger Kuraufenthalt.

    Auf komplettes Verständnis stößt man übrigens nur bei Personen, die das gleiche erlebt haben. Grad das ist bei mir das Problem denn meine Familie ist nur noch mein Papa und der wohnt über 300 km von mir entfernt.

    Hatte am Donnerstag wieder nen riesen Tiefpunkt weil mir zwei Leute erzählt haben, dass sie bei meinem Stefvater mit im Haus wohnen und alles über die Krankheit und den Tod meiner Mama wissen. Ich war so am Ende, dass ich mich am liebsten wieder selbst verletzen wollte damit der seelische Schmerz endlich aufhört. Habe dann allerdings zu meinem Handy gegriffen und die Person angerufen, die ich kennengelernt habe.

    Als ich ihm einen kleinen Teil von meinem Leben erzählt habe, war er sprachlos und wusste nicht mehr, was er sagen sollte. Habe ihm erzählt, dass an dem Tag, an dem meine Mama verstorben ist, auch ein großer Teil von mir gestorben ist. Dass für mich das schlimmste ist, dass ich das alles in mich hinein fresse und dadurch mich und meinen Körper komplett kaputt mache und es mich nicht mal stört. Ich gucke in den Spiegel und sehe ein abgemagertes, seelisches Wrack.

    Er sagte zu mir, dass er für mich das ist und mir zuhört und mir alle Zeit der Welt gibt. da habe ich ihn gefragt, wie er mit meinem Leben klar kommen will, wenn ich es selbst noch nicht mal kann. Darauf wusste er wieder keine Antwort.

    Jemand jhat mal zu mir gesagt, wenn du ganz tief am Boden bist und einfach nur noch weinen könntest, dann beginne zu lächeln denn irgendwann hört der Regen auf und es folgt wieder Sonnenschein.

    Für mich ist es verständlich, dass du am Tag der Geburt deiner Nichte geweint hast. Denn man kann seine Gefühle nicht immer verstecken und grad eine Geburt ist ein sehr emotionaler Moment in dem einfach alles wieder hoch kommt.

    Ich wünsche dir ebenfalls viel Kraft

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  7. Mooni
    Mitglied

    Hallo,
    einen geliebten Menschen zu verlieren ist sehr schwer. Ich verlor vor 6 jahren meinen Onkel bei einem schweren Autounfall. Damals saßen meine Elten und ich vor dem Ferhsehr und sahen in den Nachrichten einen Unfall. Am nächsten Tag rief meine Oma an und fragte uns ob wir von dem Unfall was hörten, dann sagte sie uns da in diesem Auto mein Onkel und meine Tante saßen. Meine Tante überlebte schwer verletzt, mein Onkel starb im Krankenhaus.
    Ich sehe oft wenn ich Nachts die Augen schließe wieder das Unfallbild vor mir, das Auto was nur noch ein Belchhaufen war. Oft träume ich auch von dem Unfall, es ist als wäre ich dabei, der traum ist so real als würe es eben erst passieren, ich schreie und rufe aber man hört mich nicht, dann geschieht es. Seit ein paar Monaten habe ich jede Nacht einen Traum, Ich bin auf einem Friedhof, ich stehe vor dem Grab meines Onkels und meiner Uroma, sie starb nach einen erfülltem leben mit 95 Jahren. Beide, mein Onkel und meine Uroma stehen an ihren Grabsteinen als eine weiße Lichtgestallt, doch hinter ihnen kommt immer eine schwarze, dunkle, bedrohliche Gestallt auch mich zu geschoßen, dann renne ich immer vom Friedhof aber sobald ich durch das tor bin, stehe ich wieder an der gleichen stelle und der traum fängt von vorne an. Oft hab ich Angst vor dem einschlafen und halte mich sehr lange wach, wenn ich dann nicht mehr kann habe ich diesen traum nicht. Ich war vor 4 Jahren in psyochlogischer Behandlung,man sagte zu mir, das ich mit meinen Eltern reden sollte, was ich auch tat, aber ich traf auf taube Ohren. Sie waren der Meinung das man darüber hinweg sein sollte und ich mich nur darein steigern würde. Nun hab ich Angst überhaupt mit jemanden zureden, auch mit meiner Tante traue ich mich nicht zureden, aus Angst auch auf Ablehnung zu stoßen oder ihre Wunden wieder aufzureißen. Ich durfte auch nicht mit auf die Beerdigung meines Onkels, ich musste zu Schule gehen, und auch hier tarf ich auf taube ohren und kein Verständinss wenn ich danach fragte. Ich bin nur 20 Jahre alt und komme immer nocht nicht damit klar das mein Onkel tot ist, es ist als würe die Tür auf gehen und er dteht da als wäre nie etwas gewesen. Ein Paar Tage vor dem Unfall tanzte und lachte ich noch mit ihm, wir machten pläne für die nächsten Ferien in dem wir uns treffen wollten, was leider nicht mehr möglich war.....
    An manchen Tagen, es klingt vielleicht Verrückt oder ist nur Einbildung, aber wenn ich mich extrem Einsam, Verlassen und Verloren fühle, das ich am liebsten selber sterben möchte, dann hab ich das Gefühl als wäre mein Onkel bei mir, als würde er nehmen sein und mich in die arme nehmen, ich fühle dann eine Wohlige wärme, und ich fühle mich dann nicht mehr alleine.
    Ich sichte mir hilfe weil ich so nicht weiter leben konnte, aber wirklich helfen konnte mir bis jetzt keiner, mit meinen Eltern kann ich nicht reden, und mit meinen Freunden hab ich schon so oft geredet, ich angst hab ihnen auf den Geist zu gehen, auch wenn sie mir immer sagen das dem nicht so ist. Also hab ich mir angewöhnt mir nicht anmerken zu lassen, mir eine hülle zuschaffen die meine wahen gefühle verbergen. Ich kann nicht gut reden, also hab ich meine gedanken und gefühle oft in Gedichtform aufgeschrieben, aber auch das hilft nicht.

    Ich starb in deinen Armen

    Ich starb in deinen Armen,
    verloren für alle Zeit,
    du weinst um mich,
    doch die Tränen spür ich nicht.

    Ich starb in deinen Armen,
    du sagtest du wirst mich nie gehen lassen,
    und doch bin ich jetzt alleine,
    sehe deine Trauer,
    sehe deinen Hass.

    Ich starb in deinen Armen,
    sehe auf dich nieder,
    sehe dein Herz brechen,
    höre es schreien,
    sehe deine Seel wie sie sich quält.

    Ich starb in deinen Armen heute Nacht.
    Mein Ende ist nah.
    Doch DU lebe mein Leben was mir genommen.

    by Mooni

    Fragen eines Engels
    Ein Engels so schön wie das strahlende Licht der Sonne,
    Seine Haare lang und schwarz wie Ebenholz,
    Die Flügel wie aus schwarzem Samt.
    Er sprach zu mir:
    "Zeig mir wie man Lebt."
    Ich zeigte ihm wie man Lebt.
    "Zeig mir wie man vergibt."
    Ich zeigte ihm wie man vergibt.
    "Zeig mir wie man hofft."
    Ich zeigt ihm wie man hofft.
    "Zeig mir was Glück ist."
    Ich zeigte ihm was Glück ist.
    "Zeig mir was Schmerz und Trauer ist."
    Ich zeigt ihm was Schmerz und Trauer ist.
    Ich zeigte ihm alles was ein Mensch fühlt.
    Nun fragte ich ihn:"Was kannst du mir zeigen?"
    Der Engel blickte mich traurig an und sagte:
    "Ich kann dir zeigen wie man stribt."

    by Mooni

    Diese Zwei Gedicht schrieb ich als ich an meinem tiefsten Punkt war als ich wiklich schon dachte das wars jetzt geht es nicht mehr weiter, aber ich schaffe es doch mich immer wieder auf zuraffen, aber nicht führ mich, sondern für die Menschen die mir wichtig sind die ich liebe. Ich persönlich bin gestorben als mein Onkel starb. Ich weiss das dieses Denken falsch ist, aber es wird von allen nur die Maske gesehen und nicht was dahinter ist. Ich hoffe das man mir hier vielleicht etwas mehr helfen kann das ich auf offene ohren treffe. Ich weiss nicht mehr weiter was ich noch tun soll.

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  8. muus
    Mitglied

    Hallo Mooni

    Ich danke dir, dass du mir geschriebn hast. Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du durchgemacht hast. Ich habe Stunden auf dem Friedhof in der Aubahrungshalle bei meiner toten Grossmutter verbracht, habe mit Ihr geredet, geschwiegen, geweint, geschimpft, gesundgen einfach alles getan und doch kam die Beerdigung nach 5 Tagen viel zu früh. Ich hatte das Gefühl noch so viel sagen zu müssen, doch ich konnte es nicht.
    Ich weiss nicht was passiert wäre, wenn ich diese 5 Tage nicht gehabt hätte.
    Die ersten Jahre habe ich das grab auch min 1 mal in der Woche besucht und habe lange zeit dort verbracht, mit der Zeit wurde es weniger und irgendwann tat es so weh, dass ich nicht mehr gehen konnte.

    Auch ich habe dichtgemacht und eine Fasade aufgebaut, doch ich habe gemerkt, dass mich das kaput macht. Bitte mach nicht den gleichen Fehler!

    Es ist nun 10 Jahre her, doch die Narben sind immer noch sehr tief.
    Sie fehlt mir so sehr...

    Es tut mir weh, wenn ich höre, wie deine Familie reagiert, doch vielleicht können Sie nicht mit dieser Trauer umgehen. Ich dachte ich wäre die einzige, die so fühlt, doch als ich meine Mutter damit konfrontm, sah ich, dass es ihr auch so geht, aber Sie für die Familie stark ist. Das hat mir sehr geholfen!

    Wirklichen Trost können wir glaube ich nur durch uns selber erfahren. Ich denke offt an meine Grossmutter und dass Sie nicht gewollt hätte, dass ich so traurig bin.
    Manchmal hilft das und manchmal muss man einfach weinen!

    Ich wünsche dir viel Kraft liebe Mooni

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  9. Hallo Mooni
    Trauer kennt weder Zeit noch Raum.
    Trauer ist ein Gefühl und Teil des betroffenen Menschen. Doch Trauer kann «verarbeitet» und «überwunden» werden. Dazu muss sie aber gesehen, akzeptiert und ausgedrückt werden. Einige Schritte dazu bist Du in Form des Ausdruckes mit Deinen Gedichten bereits gegangen. Ein sehr wichtiges und unabdingbares Element der Trauer, ist auch der bewusste und durchlebte Abschied. Er ermöglicht erst das Abschied «nehmen». Man nimmt nicht nur von der Person liebevoll Abschied, man «nimmt» oder erhält dabei auch etwas. Es ist die liebevolle, respektvolle und dankbare Erinnerung an den Menschen. Das liebevolle Gefühl der Erinnerung ist der «heilende» Gegenpol zur schmerzvollen Trauer. Es ist das Geschenk, welches wir durch das Abschied nehmen erhalten.
    Wenn ich Dich richtig verstehe, konntest Du von Deinem Onkel nicht Abschied nehmen. Du konntest nicht einmal an seiner Beerdigung teilnehmen. So kommt zu Deiner Trauer um Deinen lieben Onkel auch noch der Schmerz des fehlenden Abschiedes. Ein solcher ganz bewusster Abschied, ein inniges Abschied nehmen ist jedoch auch noch heute, auch noch nach Jahren, jeder Zeit möglich.
    Damit kann die Trauer in Dir ihre ersehnte Ruhe und Du wieder zu neuer Lebensfreude und Leichtigkeit finden. Du schreibst, dass Du «erst» 20 Jahre alt bist. Die Intensität der Trauer hängt nicht vom Alter, sondern u.a. von der Intensität des Verlustes, der Gefühle gegenüber der verstorbenen Person ab. Gespräche alleine führen hier nicht ans Ziel. Denn Sprechen tun wir in hohem Masse über den Verstand. Man kann etwas verstehen, nachvollziehen, erkennen, doch der Trauerschmerz wird damit kaum leichter. Die Trauer will, wie erwähnt, ausgedrückt, angenommen und auf entsprechende Weise «umgewandelt» werden. Dazu gehört auch die Gestaltung und die Ermöglichung eines Abschied Nehmens.
    Wenn Du Dich über entsprechende Möglichkeiten der Trauerverarbeitung, der Trauerumwandlung und des nachträglichen Abschied Nehmens informieren möchtest, stehen wir Dir gerne zur Verfügung.

    Michael

    vor 1 Jahr veröffentlicht #
  10. viv21
    Mitglied

    Hallo ich bin neu in diesem Forum. Es geht auch nicht wirklich um meine Person sondern um meine Lebensgefährtin, sie hat vor 8 Jahren ihren Vater verloren. Sie kommt nicht wirklich über den Verlust hinweg und verdrängt eher, wir haben uns schon über dieses Thema unterhalten und ich habe ihr gesagt das ich ihr die Trauerarbeit nicht abnehmen kann aber sie begleiten kann. Ich weiß das wir es zusammenschaffen können aber ich glaube ich bzw wir brauchen hilfe. Also es wäre echt schön wenn ihr mir vielleicht helfen könntet. Sie ist mein Leben und ich liebe sie mehr als alles andere und wenn ich schon nicht die Last abnehmen kann so möchte ich ihr beim tragen helfen und zur Seite stehen. Gruß viv

    vor 9 Monate veröffentlicht #
  11. Hallo Viv21
    Trauer ist eine Fülle von Gefühlen. Sie sind Ausdruck von tiefer Verbundenheit, von Liebe und Erinnerung und damit Bestandteil unseres Lebens, unseres Lebensweges. Sie kennen weder Raum noch Zeit. Anhaltende und belastende Trauer ist oft Ausdruck von ungeklärten Fragen und Themen, vielleicht auch von Zweifel und Selbstvorwürfen oder Schuldgefühlen.
    Die Fähigkeit mit Trauer lebendig und auf gesunde Weise umgehen zu können, sie «verarbeiten» zu können, tragen wir in uns. Doch so wie wir alle die Fähigkeit haben zu Schwimmen, muss diese Fähigkeit durch «Lernen» zuerst aktiviert werden. Ebenso will der lebendige und stärkende Umgang z.B. mit Schicksalsschlägen, schweren Lebensveränderungen und auch der Trauer «erlernt» werden.
    Auf unserer Homepage unter Beratung-Seminare, findet Deine Lebensgefährtin einfühlsame, verständnisvolle und lebendige Möglichkeiten auf ihre Trauergefühle auf liebevolle Weise einzugehen, sie ausdrücken und verarbeiten zu können. Es schafft Raum, befreit und führt zu neuer Lebensfreude und Lebendigkeit.
    Wie Du richtig erwähnst, viv21, kannst Du Deiner Lebenspartnerin diesen Weg nicht abnehmen sondern sie nur ermutigen und sie dabei unterstützen. Doch auch dies erfordert viel Kraft. Vielleicht möchtest Du Dich dazu emotional stärken und Dein Verständnis und Wissen über die Kraft der Gefühle vertiefen. Entsprechende und ganz individuelle Möglichkeiten findest Du auf unseren Seiten. Für Fragen und weitere Auskünfte stehen wir Dir und Deiner Lebenspartnerin bei einer unverbindlichen Erstberatung am Telefon unter 08151 95 96 90 gerne zur Verfügung.
    Wir freuen uns auf Deine Kontaktnahme.

    Michael

    vor 9 Monate veröffentlicht #

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