Ist das so eine neuer Trend, Welle, eine Mode-Erscheinung?

Wenn ich nein sage, wirst Du mir entgegnen: «Das sagen sie alle». Tatsache ist, es ist wirklich nichts Neues, das Menschen mit Ereignissen und Lebenseindrücken, die sie auf ihrem Lebensweg antreffen, manchmal überfordert sein können. Wie wir Menschen mit diesen Ereignissen und ihren Auswirkungen umgehen, hat sich natürlich im Verlauf der Zeit analog zum Wandel unserer Lebens- und Sozialformen verändert. Aus Großsippen wurden Großfamilien, aus Großfamilien wiederum Kleinfamilien und aus Kleinfamilien oftmals Einzelkämpfer. Dass sich in diesem Wandel auch das Verhalten und die Auswirkungen auf uns bei Lebenseindrücken verändert haben, ist nachvollziehbar.
Jetzt müsste ich Dich fragen, wie «neu» ist für Dich neu? In einer Großsippe bist Du in der Sippengemeinschaft mit Lebensereignissen anders umgegangen wie heute z.B. als Alleinerziehende. In dem Sinne könnte ich sagen, wurde aus der Sippengemeinschaft zur Verarbeitung von Lebenseindrücken aufgrund unserer sich verändernden Lebensformen z.B. bei Bedarf eine Seminargemeinschaft. Wenn ich diese Veränderung meiner Großmutter erzählen könnte, würde sie dies sicher als «neu» bezeichnen. In diesem «neuen» Rahmen des Seminars, hast Du die Chance wie früher vielleicht in der Sippengemeinschaft, Deine schweren Lebenseindrücke auszudrücken, zu manifestieren, zu respektieren und zu verarbeiten. Dieser Prozess ist selbstverständlich ein ganz anderer als zu Hause alleine im stillen Kämmerlein. Das geht nicht.
Wir Menschen sind Sozialwesen und brauchen den Austausch. Dies gilt im ganz Besonderen bei schweren Gefühlen, Emotionen. Eindruck braucht Ausdruck. Der Wiederum muss gesehen und gehört werden. Du willst verstanden sein und «die Welt soll Deinen Schmerz, Deine Fragen hören». Dieser Ausdruck und die Akzeptanz und der Halt durch die Sippengemeinschaft, bzw. durch die Seminargemeinschaft ermöglicht es Dir, diese schweren Eindrücke dadurch zu verarbeiten. Was Dich ausgebremst hat, Dich ausgebrannt hat, Dich müde gemacht hat, Dir den Lebensmut nahm, kannst Du so sicher «ablegen». Aus diesem Prozess entsteht neue «Leichtigkeit». Du kannst und darfst endlich wieder frei atmen und sein.

Dass Du Dich daran anfänglich wieder «gewöhnen» musst, ist nur verständlich. Vielleicht brauchst Du auch ab und zu ein kurzes «Austauschen» in Deinem «neuen» Alltag. Wie eine Bestätigung oder «Rückversicherung» dass alles ok ist, Du beruhigt so weiter gehen kannst. Doch dafür sind wir da, auch dies gehört zu unserem Konzept. Bezeichnest Du nun unser «Tun» als neue Welle, Mode Erscheinung? Wann gönnst Du Dir den Austausch, die «Erleichterung» in der Seminargemeinschaft?

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