Ich wurde missbraucht, vergewaltigt – ich bin wütend!
Ich fühle mich ohnmächtig, habe Angst – hilft da Trauerarbeit?

Diese Frage kann ich nur mit einem klaren JA beantworten.
Gleichzeitig muss ich hier aber auch eine Einschränkung anbringen:
Wenn Du Dein Leben aufgrund des Geschehenen nicht mehr alleine leben kannst,
Dich Ängste so belasten, dass Du z.B. Menschen meidest, oder selbstzerstörende Gedanken hegst, in solchen Fällen benötigst Du eine Therapie. Bei Fragen kannst Du uns unverbindlich anrufen.


Trauerarbeit, Trauerberatung, Trauerseminar
In einem verständnisvollen Kreise einer Trauerberatung, bzw. in einem Trauerseminar getragen von Menschen die auch an ihren Gefühlen arbeiten und zulassen, gelingt es Dir, auf sichere Weise auf Dich Belastendes einzugehen, zu verarbeiten und zu wandeln. Mehr dazu findest Du beim Beschrieb des Trauerseminares und ausführlich bei unserer Arbeitsweise.

Die Komplexität der Gefühle und Emotionen von Frauen (und Männern) nach einer solchen Situation und der Bedarf an Unterstützung beim Verstehen, Zuordnen, Verarbeiten des Erlebten – beim Ordnen der Gefühle, Gedanken, der Identität, des «Weltbildes», etc. wird erahnbar, wenn Du nachfolgende Ausführungen liest.
Ich kann Dich deshalb nur ermutigen – wage den Schritt und verarbeite das Geschehene – egal wie alt Du bist oder wie lange das Geschehene zurückliegt.
Diese Eindrücke lähmen Deine Lebensfreude, Deine Lebendigkeit und Dein Selbst-wertgefühl und auch Deine Beziehungs- und Sozialfähigkeit in einem hohen Maße.
Es stimmt traurig und ist für uns als Gesellschaft schlicht beschämend, dass in Deutschland alle 7 Minuten eine Frau vergewaltigt und über 15´000 Kinder (d.h. jünger als 14 Jahre) jährlich missbraucht werden und dies bei einer Dunkelziffer von 90 %!

«In Deutschland werden jährlich ca. 8000 Fälle von Vergewaltigung und Missbrauch öffentlich. Die Dunkelziffer liegt allerdings ungleich höher. Alle 7 Minuten wird irgendwo eine Frau vergewaltigt, aber nur jede zehnte Vergewaltigung kommt zur Anzeige, davon wiederum bleibt jede fünfte unaufgeklärt.

Zwei Drittel aller Täter stammen aus dem engsten Familien- bzw. Bekanntenkreis.

Es passiert laut Statistik jeder dritten Frau einmal im Leben.

Missbrauch ist ein Machtmissbrauch einem Schwächeren gegenüber. Es ist zugleich ein Vertrauensmissbrauch, eine Grenzverletzung und eine fundamentale Verletzung des Selbstwertgefühls des Missbrauchten. Es ist eine selbstsüchtige, kriminelle Handlung mit verheerenden Folgen. Es gehört nicht viel dazu, die Welt eines Kindes (auch eines Erwachsenen) zu zerstören. Eine einzige Erfahrung kann das Leben eines Kindes nachhaltig prägen. Sexueller Missbrauch kann im Säuglingsalter beginnen, im Schulalter oder in der Pubertät. Er kann einmalig sein, oder sich wiederholen. Sexueller Missbrauch hat schwerwiegende Langzeitfolgen, er findet nicht im Vakuum statt. Er ist mit vielen anderen Lebenserfahrungen gekoppelt, z.B. die Dauer des Missbrauchs, sein Ausmaß, die Nähe des Kindes zum Täter, das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Hilfe für das Kind.
Die Grenzen des Kindes werden verletzt, es empfindet sich als machtlos und empfängt die Botschaft keinen Wert zu besitzen. Es wird gedemütigt und seine tatsächlichen Bedürfnisse werden ignoriert.  Erwachsene Überlebende glauben, es sei ihre Schuld, sie seien nichts wert und anders als alle anderen. Sie haben das Gefühl im tiefsten Inneren schlecht und schmutzig zu sein. Scham und Ekel vor sich selbst sitzen oft sehr tief. Das vorherrschende Gefühl Überlebender ist Machtlosigkeit. Das kann sie in weitere gefährliche Situationen bringen, oder zu Menschen führen, die sie wieder missbrauchen. Missbrauch verdreht und manipuliert den natürlichen Sinn des Kindes für Liebe und Vertrauen. Seine Gefühle werden verspottet oder heruntergespielt, und es lernt, seine Gefühle zu ignorieren. Gefühle wie Rache, Schmerz, Wut, Hass, Verwirrung, Erregung sind für das Kind als Ganzes nicht zu verarbeiten. Es hat nur die Möglichkeit, sich abzuschotten, es steigt aus, sieht das Geschen aus Sicht eines dritten. Sexueller Missbrauch kappt die natürliche sexuelle Entwicklung des Kindes. Es lernt, dass Lust (die Lust des Täters) eine unkontrollierbare, schreckliche Macht ist. Die ersten sexuellen Erfahrungen sind mit Scham, Ekel, Schmerz und Erniedrigung verknüpft. Dieser Eindruck bleibt haften. Jedes Jahr werden in Deutschland laut Statistik des Bundeskriminalamtes über 15.000 Kinder unter 14 Jahren sexuell misshandelt. Experten schätzen die Dunkelziffer bei etwa 90%.»

(Quelle www.frauenaerzte-im-netz.de sowie beepworld.de (Thema dort leider gelöscht))

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