Ich habe mein Kind abgetrieben
ich weiß nicht was ich sagen, spüren soll – darf ich trauern?

Jetzt weiß ich nicht wie ich beginnen soll – so eine Frage macht traurig und berührt. Bitte beachte auch meine Ausführungen zu Frage 32, sie sollen, müssen hier genauso gelten. Ich nur immer wieder bestärken: Es gibt keine Trauerolympiade. Wir bewerten nicht, was macht mehr oder weniger traurig, etc. Traurigkeit und Schmerz sind nicht messbar, bezifferbar, quantifizierbar. Frauen, die abgetrieben haben, äusserten in Trauer-Seminaren: Ich fühle mich schuldig auch wenn es vernünftig war - weil…., ich hasse mich, ich habe es niemandem erzählt – ich schäme mich so, ich hab´s jahrelang verdrängt (vor 30 Jahren) – aber es kommt je länger je mehr wieder hoch, ich bin eine Mörderin – ich weiß nicht wie ich heute damit leben soll, wenn ich daran denke wird mir schlecht, es war ja nur in der… Woche – aber dennoch.
Dies ein paar wenige, beispielhafte Aussagen...
Und Du fragst mich ob Du trauern darfst? Wie hast Du Dich seinerzeit beim Entscheid, bei der Entscheidungsfindung gefühlt? Was für Gefühle waren da? Ja das sind alles Trauer-Gefühle, Trauer-Reaktionen. Ich habe schon so viele nasse Augen gesehen – der Betroffenen als auch von Seminar-TeilnehmerInnen beim Verabschieden von solcher Trauer. Ich verstehe Deine Frage sehr gut – und es gibt nur eine Antwort, die dem Menschsein gerecht wird: Ein klares Ja! Auch ungeborene Kinder müssen angenommen, betrauert und losgelassen werden. Nur so kann die entsprechende Last, Schwere von uns fallen und neuer Lebendigkeit Platz machen.

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