Mich überkommen diese schweren Gefühle immer wieder
– bin ich krank?

Du wirst jeden Tage von neuem müde und musst schlafen – bist Du deshalb krank? Nein. Es handelt sich um ein ganz natürliches, gesundes Bedürfnis Deines Körpers. Du hast etwas Schweres erlebt – vielleicht hast Du Dich z.B. von einem Menschen für immer verabschieden müssen, dem Du sehr nahe standest, den Du sehr geliebt hast, den Du nun vermisst. Die Gedanken an Momente die Du vermisst machen Dich traurig. Vielleicht sind es auch «nur» noch schwere, Dich dumpf machende Gefühle. Solche schweren, wiederkehrenden Gefühle sind der gesunde Selbstschutz Deines Körpers, Deiner Psyche, die Dich immer wieder darauf aufmerksam machen wollen, dass da noch «unverarbeitete» Gefühle, Wünsche, Träume, Vorstellungen, etc. in Dir sind. Diese wollen endlich angenommen, respektiert, gesehen, verarbeitet und… umgewandelt werden in neue Lebenslust, neue Lebendigkeit. Was wir nur «verdrängen», zur Seite schieben wird sich immer auf die eine oder andere Art und Weise  - oft auch körperlich – mit der Zeit wieder melden. Denn jeder Eindruck braucht einen Ausdruck. Wer dieses Urgesetzt der menschlichen psychischen Verarbeitung ignoriert, «füllt und belastet sich permanent», bis es nicht mehr geht. Du kennst sicher den Ausspruch «das Fass ist zum Überlaufen voll». Jetzt verstehst Du sicher auch, warum es nicht so sehr darauf ankommt, welcher letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, als viel mehr, warum das Fass überhaupt so voll ist. Verstehst Du mich? Es ist deshalb für jeden Menschen unabdingbar, dass er lernt seine Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken, zu äussern, mitzuteilen. Dies sind Basisbestandteile unserer Arbeitsweise. Die Urfähigkeit des Ausdruckes, des Spürens, des Seins in uns; falls erforderlich; wieder zu entdecken oder zu stärken. Oft sind sie ja in uns nur verkümmert – ab/wegerzogen, verboten, mundtot gemacht worden. Wenn Du Dir nun so einen Körper mit vielleicht schon über Jahre verdrängten Bedürfnissen, etc. vorstellst – wie würdest Du Dich als Körper verhalten, um diesen Druck abzubauen? Du würdest sicher versuchen dich zu äußern.. Dir auf körperspezifisch bedingt nonverbale Weise «Gehör, Aufmerksamkeit» zu verschaffen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen psychosomatische «Mitteilungen» Deines Körpers in einem ganz neuen Licht.

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