Mein Leben wird nie mehr wie es war,
diesen Verlust kann mir niemand wettmachen, ersetzen.

Diese Frage trägt ähnliche Aspekte in sich wie die Vorausgegangene Frage 72.
Der zweite Teil: «Diesen Verlust kann mir niemand wettmachen, ersetzen» berührt mich speziell. Da liegt für mich so viel unsagbare Trauer und Hoffnungslosigkeit darin. Solche und ähnliche Aussagen höre ich u.a. speziell bei «Eltern-Trauer-Seminaren». Verstehe mich bitte richtig, ich werte hier nicht, und wir gewichten keine Gefühle, geschweige machen wir eine «Trauer-Olympiade». Der Schmerz für den Einzelnen ist immer der schwerste und nur er kennt all seine Aspekte. Wenn Du mitten aus dem Leben – aus dem Glück – loslassen musst, das ist kaum verständlich, kaum nachvollziehbar und schmerzt. Es kann einen Menschen lähmen. Über das «Warum» mich auszulassen masse ich mir nicht an, das steht mir nicht zu. In solchen Lebensmomenten trägt man schon schwer genug mit dem Faktum des Geschehenen. Wie hast Du gelebt bevor Du sie/ihn kanntest, oder das Kind in Deinem Leben war? Dein Leben war ein Weg bis zu diesem Tag als er/sie/es in Dein Leben «trat». Es war der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, neuen Wegabschnittes für Dich. Dieser ist nun leider vorbei und das was war unwiederbringbar in der Vergangenheit. Wie weiter leben?
Die Thematik des Loslassens, des Akzeptierens z.B. des Todes, ist eine Fragestellung die den Menschen beschäftigt seit er denken kann. Es ist eine seiner schwersten Prüfungen – Annehmen erscheint kaum möglich. Tiefe Trauer ist immer auch ein Ausdruck von tiefer Liebe. Manchmal ver…, wäre ich doch nur…. Solche Gefühle zeigen ebenfalls Deine Liebe - auch wenn in Form von Selbstvorwürfen, etc.

Erneut – bei dieser Frage drängt sich schon wieder (verständlicherweise) das Warum auf. Die absolut lebensnotwendigste Aufgabe nach solchen schweren Erfahrungen ist die langsame Akzeptanz des HEUTE. Diese Erkenntnis kann Dich jetzt beim Lesen allenfalls «verletzen» - das tut mir leid, es ist nicht meine Absicht. Deine Gefühle zeigen einfach, dass Du Dir noch schwer tust, «es» zu akzeptieren. Jede Aussage, die sich anfühlt wie:
«es ist so», fühlt sich für Dich wie ein Stich an. Du würdigst mit Deinem tiefen Schmerz das gewesene Leben – und das ist gut. Darf ich Dich aber etwas fragen? Wer ehrt Dein Leben? Deine Einzigartigkeit, Deine Lebensaufgabe, Deinen Weg? Auch Dein Leben ist wertvoll. Ich verstehe, dass dieser Verlust Dich auf Deinem Weg ins Stocken gebracht, beinahe aus der Spur geworfen hat. Eine Zeit der «Erholung» und des «Ausruhens» von all dem Geschehenen steht Dir sicher zu (früher kannte und lebte man oft ein Trauerjahr).
Und hier der Schwenker zu Deiner anfänglichen Aussage.
In unseren Beratungen, Begleitung und Seminaren zeigen wir den Menschen z.B. Ihren Wert  wieder auf, sie spüren und finden ihren ganz persönlichen Weg wieder. Es können neue Weg-Visionen-Ziele entstehen. Was immer war, wie immer es sich anfühlt, wie schwer es sein mag - und die Erde dreht sich doch, die Sonne geht jeden Tag von neuem auf, und der nächste Frühling kommt ebenso. Wir können uns sträuben mit all unserer Kraft, doch gegen das Urgesetz von Werden - Sein - Vergehen, dem Lebensrhytmus, den Lebensjahreszeiten gibt es kein Mittel. Wir können uns nur auf sie einlassen...

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