Früher gab es auch keine Trauer- oder Lebensseminare und
die Menschen haben gelebt.

Zuerst müssten wir einmal klären wie weit zurück liegt «früher» und von welcher Region /Land, Kultur sprechen wir. Nicht alles, was wie «Trauerbrauchtum» aussieht, oder als solcher bezeichnet wird, hilft/half auch wirklich die Trauer zu verarbeiten um sich anschließend wieder neu zu orientieren, sich finden und das Leben neu zu genießen. Oft war es einfach Ziel weiter leben zu können – über das Wie, die Qualität des Weiterlebens oder eben oft Weitervegetierens hat man sich dann nicht geäußert. Trauer muss wirklich durchlebt werden und vor allem auch geäußert werden. Der Ausdruck der Trauer in der Sippe, Dorfgemeinschaft gab Halt und den Mut sich auch wirklich in jeder Form (nicht nur lobend) vom Toten zu verabschieden, sich «auszusprechen» und versöhnen zu können. Dieses wirkliche Verabschieden, half auch den Verlust umfassend zu akzeptieren, und sich mit dem Verlust zu «versöhnen». All dies ermöglichte erst wieder ein unbelastetes Weiterleben, das Leben auch wieder genießen zu können. Du kannst nun den Bedarf von aktiver, intensiver Trauerarbeit, Trauerverarbeitung z.B. in Form eines Trauerseminares verstehen. Nachfolgend gehe ich auf diese Frage noch vertiefter ein.

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