Es wird nie wieder sein wie es war –
ich weiß nicht, was das Seminar da bewirken soll.

Mit Deiner Formulierung hast Du absolut Recht. So wie es damals war – diese einzigartige Zeit – so wird es nie wieder sein. Das können wir auch in einem Seminar nicht ändern, denn die Zeit zurückdrehen können wir nicht.

Beim Begleiten von Sterbenden kommt dies noch klarer zum Tragen.
Den Sand der bereits aus der Sanduhr verflossen ist, können wir nicht wieder «hoch schaufeln».
Aber wir können uns entscheiden, was wir mit dem verbleibenden Sand noch erleben.
Deine Aussage wirkt auf mich, als wärst Du im Gestern gefangen, und ich spüre eine tiefe Resignation, Ausweglosigkeit darin. Dieses «Leben im gestern» bewirkt das nicht im hier sein, das JETZT nicht wahr zu nehmen, oder - dass Du Erwartungen ans Heute hast (es soll sein wie damals) die einfach nicht erfüllbar sind. Daraus entsteht immer und immer wieder eine sich selber bestätigende Trauer, Schwere, Hoffnungslosigkeit. Sobald die Sonne unter gegangen ist, ist dieser Tag für immer vorbei. Jede einzelne Sekunde dieses verflossenen Tages war einmalig. Du kannst im neuen Tag versuchen ähnliche Momente zu erleben – doch sie werden, und wenn sie sich noch so identisch anfühlen NIE wieder in gleicher Weise sein, wie eben der besagte Tag. Aus dieser rückwärtsgerichteten Blickrichtung resultiert viel Leid, Enttäuschung und Resignation. Es ist einfach nicht mehr wie es einmal war. Menschen verlieren dabei ihre Lebenslust – es hat ja eh alles keinen Sinn. Kennst Du das? Ich kenne Menschen, die deshalb in eine Scheinwelt geflüchtet sind und dann versucht haben, diese «wie damals» zu gestalten. Wohin eine solche Scheinwelt, ein solches «Abdriften» führen kann, möchte ich hier nicht ausführen. Warum? Du bist hier am Lesen = Du bist auf der Suche = Du hast Dich noch nicht aufgegeben. Du hast noch genug Lebendigkeit in Dir, die nach Leben schreit. Ich wiederhole hier nochmals, das Damals können wir auch in einem Seminar NICHT zurückholen. Was wir können, ist Menschen in Lebensphasen wie der Deinen, Wege aufzeigen, dass sie ihr HEUTE wieder genießen, leben und sich auf MORGEN freuen können. Ich höre schon: «Aber er/sie ist doch nicht mehr….» - Ja, das stimmt. Auch wenn die Lebensweg-Zeit mit ihm/ihr wunderbar war, es war eine Lebensweg-Zeitspanne. Dein Weg geht weiter, Du stehst jetzt in einer neuen Lebens-Phase.
Du hast Dein Leben um es zu er-leben. Das in unserem Leben immer wieder auch Abschied dazu gehört, widerspiegelt einfach das Urgesetz von Werden – Sein und Vergehen. Kein Frühling und sei er auch noch so herrlich, wird ewig dauern, denn es folgt der Sommer. Klar der Sommer kann sich unmöglich wie ein Frühling anfühlen, denn er lebt seine Zeit als Sommer. So geschieht es auch mit unserem Leben und seinen «Jahreszeiten». Das  Annehmen, der aktuellen (Lebens)Jahreszeit, gehört zu einer unserer Lebensaufgaben. Stelle Dir vor, Du spürst wie Du auf Deine «Herbst-Zeit» einbiegst, willst aber unbedingt und mit aller Kraft den Sommer festhalten…Du verpasst allenfalls ungelebterweise die goldene Farbenpracht des Herbst…

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