Gestaltungs- / Ausdrucksarbeit / Ausdruck, das tönt doch wie Kindergarten? Das ist doch kindisch.
Sei einmal ganz ehrlich – außer Dir und mir hört hier ja niemand zu. Wie erwachsen bist Du wirklich? Die Anzahl grauer Haare, Runzeln, Falten oder sonstige «Langzeiterscheinungen» meine ich hier nicht. Nein im Ernst, wie FÜHLST Du Dich in Deinem Innersten. Wenn Du Dich so richtig freust, unterscheiden sich Deine tiefen Gefühle so stark von denen wo Du noch ein Kind warst? Unterscheiden sie sich überhaupt? Mir kommt es manchmal vor, als ob wir alle Kinder sind. Die mit jedem Lebensjahr etwas mehr Individualität Einbussen = konditionierter, alltags- und berufsfähiger werden – gemüts- und emotionalsteifer, mit der Zeit auch gelenksteifer werden.
In unserem Lebensherbst schaffen wir es dann oft vieles davon wieder etwas ablegen zu können und wieder etwas mehr zu uns zu finden und auch an einfacheren Dingen uns zu freuen, sogar an sogenannt Kindischen. Wie geht es Dir? Ok – wir Menschen in der sogenannten Lebensmitte sind meistens total erwachsen. So erwachsen dass bei vielen die Emotional- und Gefühlsfähigkeit aus- oder besser verwachsen ist. Sagen wir doch einfach, auf der Strecke blieb. So weit so gut. Das einzige Problem dabei – unsere Gefühle insbesondere die schweren Gefühle stören uns, passen überhaupt nicht ins Erwachsenensein. Wer sich im Griff hat, hat keine störenden Gefühle und wenn, hat er diese so im (Würge)Griff bis sie (bis zum nächsten Mal) verschwinden.
Was fehlt uns denn eigentlich? Das fragen mich dann manchmal auch Menschen. Eigentlich geht es mir ja gut…. aber … wenn nicht diese Schwere, diese Dumpfheit, diese wiederkehrende «Traurigkeit» nicht wäre. Gibt es da ein Mittel? Wenn man zuviel isst, kann es aufliegen oder es wird einem schlecht. Wenn man schwere Lebenseindrücke und deren Gefühle verdrängt, negiert, zur Seite stellt, machen sie sich irgendwann bemerkbar. Es herrscht das Naturgesetz des Menschen: «was rein kommt muss auch wieder raus» - weißt Du wie sich ein Darmverschluss anfühlt? Kannst Du Dir vorstellen wie sich ein Gefühls-, Emotionalverschluss anfühlt? Wie würdest Du denn schwere Lebenseindrücke, bzw. deren Gefühle die Du so lange Zeit mit soviel Kraft und Lebensenergie unter Schach hieltest aus ihrem Versteck «rauskitzeln»?
Gefühle sind zarte Wesen. Ein bisschen zu heftig und sie verschließen sich noch umso mehr. Also Feingespür ist gefordert. Hast Du schon einmal Kinder beobachtet, wie sie sich im scheinbar «belanglosen» Spiel vergessen können – sie sind nur noch – sie sind im reinen «Ausdruck». Keine Angst – wir bauen keine Sandburgen. Fakt ist, diese verdrängten Gefühle sind in uns drin. Wo? Im z.B. im Fühlen. Wie und wann fühlst Du? Wenn Du versuchst etwas Erlebtes z.B. in einer Zeichnung (wie ist komplett egal – und seien es nur Strichmännchen) darzustellen, wirst Du im Tun unweigerlich mit den damaligen Gefühlen in Berührung kommen – eh voilà – genau das suchen wir ja. Diese versteckten, verdrängten uns aber immer wieder belästigenden Gefühle «kitzeln» wir raus. Dann wissen wir endlich wovon wir sprechen, beginnen im Austausch sie zu «verstehen» und damit uns zu verstehen. All dies ermöglicht erst, schweres, Erlebtes zu verarbeiten, zu «verdauen». Dasselbe gilt für unseren Körper. Gefühle werden wie Du sicher auch schon erfahren hast im Körper «gebunkert». Mit ihm machen wir dasselbe – er soll die Chance haben uns diese «einverleibten» Eindrücke zu zeigen. Während diesem gemeinsamen Prozess lernst Du Dich und Deine Themen kennen, sie annehmen, mit ihnen umgehen. Und – Dein Leben in Zukunft so zu leben, wie es für Dich gut ist.
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