Andere können meine Gefühle gar nicht nachvollziehen.
Niemand kann verstehen, wie ich mich fühle.

Diese Grundhaltung ist im positiven Grundsatz richtig. Sie bestätigt Deine Einzigartigkeit und die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen. Aus der Schwere, Trauer, Dumpfheit, Resignation, etc. heraus, kann aber diese Grundhaltung in eine unnötige und ungesunde Isolation, Einsamkeit, bis hin zur Selbstaufgabe führen. Das muss nicht sein und bestraft Dich und Deine Einzigartigkeit. So einzigartig wie Du bist, so einzigartig sind folgerichtig auch Deine Gefühle. In erster Linie ist es wichtig, dass DU Deine Gefühle und Dein Sein verstehst. Du lebst Dein Leben, Du gehst Deinen Weg. Und vor allem – Du bist der Architekt Deines Lebens. Du kannst entscheiden, was Du tun willst oder nicht. Klar wünschen wir alle, dass uns andere Menschen verstehen. Allen voran, Menschen die uns wichtig sind. Doch speziell wenn es um schwere Lebenseindrücke, Schicksalsschläge und Deine dadurch entstandenen Gefühle in Dir geht, erfordert es viel Ausdruck von Deiner Seite und ebenso viel Verständnis und Interesse auf der Zuhörerseite, will jemand anderer Deine Gefühle und Beweggründe «verstehen». Weiter gilt zu bedenken, dass viele Mitmenschen bei schweren Gefühlskonstellationen als Zuhörer einfach überfordert sind. Denn die wenigsten von uns können, haben gelernt, auf Menschen mit schweren Gefühlen und generell mit solchen Lebensumständen umzugehen. Viele fühlen sich dabei hilflos, unbeholfen. Und hier schließt sich dann der Kreis. Die Komplexität der eigenen Gefühlsstruktur, die manchmal schwer zu verstehenden «Gründe» von Schicksalsschlägen und das Unvermögen mit den eigenen Gefühlen wirklich umzugehen – geschweige mit denen von «Fremden», macht es oft so schwer sich in solchen Momenten auszutauschen, bzw. andere zu verstehen. Aber wie willst Du Deine schweren Gefühle, Deine schweren Lebens- / Schicksalseindrücke ausdrücken, verstehen, annehmen und verarbeiten, ja umwandeln in neue Lebendigkeit, wenn Du es nie gelernt hast? Wie alt warst Du als Du Autofahren gelernt hast? Wie alt willst Du noch werden, bis zum «erlernen des Gefühlsausdruckes, der Gefühlsumwandlung», der eigenen Vitalisierungs-Ressourcen? Zu alt dazu bist Du nie. Nur jeder verstrichene Tag ist einer zuviel.

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