Ab wann brauche ich einen Arzt oder Psychotherapeuten?

Wie bereits erwähnt. Schwere Gefühle, Dumpfheit, Trauer/Traurigkeit, Wut, Enttäuschung und Ähnliches sind keine Krankheiten. Es sind gesunde Reaktionen unseres Körpers auf schwere Lebenseindrücke, die ausgedrückt, angenommen, verarbeitet werden wollen. Wenn Du diese gesunden Manifestationen Deines Körpers zu lange ignorierst, verdrängst oder «betäubst», bleibt ihnen oft keine andere Wahl als sich noch konkreter zu äussern. Dies kann dann zu so spürbaren Körperreaktionen führen, dass sich die Frage, ob Du einen Arzt brauchst, wie von selber beantwortet. Wiederholen sich solche Körperreaktionen immer wieder – allenfalls auch in leicht gewandelter Form, wäre es sicher angebracht, Deinem Körper einmal etwas genauer zuzuhören. Den Ausdruck «psychosomatische Beschwerden» verwenden wir eher ungern, er wird von zu vielen Seiten strapaziert.
Prinzipiell: Wenn Du körperliche Schmerzen, Funktionsbeeinträchtigungen hast, kläre diese bei einem Arzt ab. Kommen sie trotz Behandlung immer wieder von neuem oder werden sie nur «verschoben», oder Deine Gefühlsbeeinträchtigungen (Lebensschwere, Freudlosigkeit, Dumpfheit, undefinierbare Gefühlsschwankungen / Mutlosigkeit / Resignation, etc.) bleiben unverändert oder verstärken sich gar – spätestens dann, empfehlen wir Dir neue, zusätzliche Wege für Dich zu suchen. Das Leben ist zu kurz und zu einmalig, als dass wir es an uns vorbeistreichen lassen sollten.
Jeder «triste» Tag ist einer zu viel und einer zu lang.

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